×

Lukas Wenger, Swiss Chocolate World

Die Swiss Chocolate World GmbH ist ein Schweizer Unternehmen, das sich auf den Vertrieb von hochwertigen Schokoladenprodukten spezialisiert hat. Das Unternehmen legt großen Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation und arbeitet eng mit seinen Lieferanten zusammen. 

Mit einem breiten Angebot an Schokoladenprodukten und einem ansprechenden Design der Verpackungen bietet die Swiss Chocolate World GmbH ihren Kunden ein exzellentes Kundenerlebnis und begeistert Schokoladenliebhaber auf der ganzen Welt.

Das Interview mit Lukas Wenger war äusserst spannend und aufschlussreich. Es wurde deutlich, dass die Swiss Chocolate World GmbH neben dem online Verkauf echter Schweizer Schokolade nicht nur die Historie erforscht und sie der Öffentlichkeit zugänglich macht, sondern auch Museen und Schokoladen-Events rund um den Globus plant.

Wir bedanken uns herzlich für das tolle Interview und freuen uns auf weitere Produkte des Unternehmens.

Wie hat die Schweizer Schokolade weltweit einen so herausragenden Ruf erlangt und was unterscheidet sie von anderen Schokoladen?

Und das seit über einhundert Jahren! Ja, das ist schon erstaunlich. Fast wie weltweit deutsche Autos für Deutschland und seine Qualität stehen, ist es bei der Schweiz die Schokolade. Ohne den Blick in die Historie zu werfen kann man ja auch nicht erklären, warum schon unsere Grossväter sagten: Swiss Chocolate is the best. Und das global.

Die Schweiz brachte einige Pioniere hervor, deren Errungenschaften die Schokolade bis heute prägen. Das fing beispielsweise 1875 mit Daniel Peter an, der die Milchschokolade erfand – das versuchten damals einige, auch in Dresden lange Zeit bevor, doch deren Milch war Eselsmilch – was sich bekanntlich bis heute gegenüber der Kuhmilch nicht durchsetzen konnte. 

Daniel Peter selbst war mit seiner Milchschokolade die ersten 20 Jahre auch nicht zufrieden und 1879 brachte Rodolphe Lindt die zartschmelzende Schokolade auf den Markt – eine wahre Revolution in der Fabrikation und dem Geschmackserlebnis für die Schokolade. Die Kombination aus zartschmelzender Milchschokolade brachte die Schweiz von einem unter ferner liefen Platz innerhalb von nur 10 Jahren an die absolute Spitze – man verkaufte um 1915 rund sieben Mal mehr Schokolade als das zweitplatzierte Frankreich und erreichte 1918 ein Exportniveau, das bis in die 1980er Jahre nicht mehr erreicht wurde. 

Dieser Erfolg basierte einerseits durch die überragende Qualität, die sehr viel mit der Ernährung der Kühe für die Produktion von Milchschokolade zusammenhängt – und deshalb ist Schweizer Schokolade noch heute von hervorragender Qualität, andererseits aber auch dadurch, dass Suchard und vor allem Tobler absolute Marketing - Genies waren – um 1920 wurden Tobler-Schokoladen in 120 Länder der Welt verkauft – die Popularität der Toblerone begann allerdings erst ab 1920 so richtig loszulegen, ob wohl es sie damals bereits 12 Jahre gab.

Von diesem Image lebt die Schweizer Schokoladenindustrie noch heute. Dabei geht leicht vergessen, dass auch die weisse und die Ruby Schokolade ihren Ursprung in der Schweiz haben und es heute eine ganze Reihe von neueren, nachhaltig orientierten Herstellern gibt, die wahre Genussmomente herzaubern. Das Geheimnis der Schweizer Schokolade ist also fast wie dasjenige des Appenzeller Käses…

Wie ist die Idee zur Swiss Chocolate World entstanden und was können Besucher in der Erlebniswelt alles erwarten?

Eine sehr grosse Frage, die ich versuche, so kurz wie möglich zu beantworten. Der erste Geistesblitz zur Swiss Chocolate World kam mir 2018 in London, als ich in einem Doppeldecker an einem Laden vorbeifuhr, der zu vermieten war – spontan dachte ich, hier könntest Du eigentlich Schweizer Schokolade verkaufen. Aber einfach so war mir das dann doch zu langweilig. 

Und ich erinnerte mich an meine Geburtsstadt Bern und dass die Toblerone und die Ovomaltine ja aus Bern stammten, es aber gar kein entsprechendes Museum gibt. Und so begann ich, mich intensiver mit der Geschichte auseinander zu setzen und lernte alsbald Enkel von Theodor Tobler, Albert Wander, Camille Bloch und sogar Verwandte von Rodolphe Lindt kennen. Was ich alsdann alles herausgefunden habe, war schlicht eine unglaublich faszinierende Geschichte und die will ich definitiv nicht alleine für mich behalten. 

In der Erlebniswelt wird der Besucher also auf eine ganze Reihe von Anekdoten stossen, wie die berühmtesten Marken der Welt, die Toblerone, die Lindt-Schokolade, die Ovomaltine und auch die Milka entstanden und was unter anderem der gute Albert Einstein damit zu tun hat. Und neben einem Shopping Paradies und viel Degustation gibt es auch Live-Schoggi Künstler. Wenn alles klappt, wird es dereinst analog Madame Tussauds Swiss Chocolate Worlds rund um den Globus geben.

Wie stellt die Swiss Chocolate World sicher, dass die Schokolade von höchster Qualität und Frische ist, wenn sie aus der Schweiz exportiert wird?

Wir achten bereits beim Einkauf, dass wir Schokoladen mit möglichst langem Ablaufdatum erhalten. Bei einigen Spezialschokoladen sind die jedoch relativ kurz, der Frische wegen. Das kennen Sie aus Ihrer eigenen Konditorei – Eine Praline, die Sie bei sich um die Ecke kaufen, schmeckt nach einem halben Jahr nach nicht mehr viel. 

Die meisten Schokoladen halten bei etwas unter Zimmertemperatur aber locker ein Jahr und mehr aus. Für den Versand verwenden wir ganz speziell dafür entwickelte Pakete, die sehr isolierend wirken und die Schokoladen vor Kälte und Hitze und starker Sonneneinstrahlung bestmöglichst schützt. 

Im Hochsommer müssen wir im schlimmsten Fall da mit Kühlelementen noch etwas nachhelfen, sind jedoch bestrebt, dass die Pakete nicht im aufgehitzten Lieferwagen stundenlang durch die Gegend fahren und hoffen natürlich auch, dass unsere Kunden sie beim vereinbarten Ort zeitnah abholen und vorsichtshalber vor dem Genuss noch etwas kühl lagern. Wir wissen, das ist nicht ganz einfach, wenn man sich auf Schweizer Schokolade schon so sehr freut… 

Welche Herausforderungen gab es beim Export von Schweizer Schokolade und wie wurden diese überwunden?

Wenn Sie beispielsweise an Weihnachten privat für Ihre Liebsten Schokolade als Geschenk verschicken möchten, dann geht das oft recht einfach. Geschäftlich sieht das anders aus. Wir haben vor der Shop-Eröffnung mehrere Testpakete in einige Länder geschickt – Zuerst waren wir begeistert, wie schnell die beispielsweise in Leipzig oder in Alicante waren – und dann blieben sie dort hängen, weil die Verzollung unklar war. Und das obwohl wir bereits offiziell in der EU registriert waren, die entsprechenden Formalitäten alle erfüllten. 

Wir konnten zwar in dem einen oder anderen Fall das wieder in die Gänge bringen, doch das Problem trat bei jedem weiteren Paket erneut auf. Es half alles nix – wir mussten eine neue Lösung finden. Und die lautete selbst verzollen und dann einem Kurier übergeben. Seither klappt alles wunderbar und wir liefern ab Bestelleingang innert 5 Arbeitstagen in jede Ecke Europas.  

Wie wichtig sind traditionelle Schweizer Schokoladenmarken wie Lindt und Toblerone für die Swiss Chocolate World und welche Rolle spielen kleinere Manufakturen?

Der Bekanntheitsgrad von Lindt und Toblerone auf der ganzen Welt ist einzigartig und schlicht ein Symbol für Schweizer Schokolade – ja gar die Schweiz. Für die Swiss Chocolate World sind das die Türöffner – denn wir möchten ja, dass unsere Kunden auch die anderen Marken kennenlernen. 

Und wir stellen fest, dass die Kunden in der Regel gerne etwas bestellen, was sie schon kennen wie beispielsweise andere grosse Marken in der Schweiz wie Ragusa oder Cailler, dann aber auch gerne Neues entdecken möchten, dass wir selbst in der Schweiz nicht in jeder Ecke finden, wie unsere Blüemlisberg zum Beispiel. Und das freut uns natürlich sehr.

Welche neuen Entwicklungen und Trends gibt es in der Schweizer Schokoladenindustrie und welche Auswirkungen haben sie auf die Swiss Chocolate World?

Der Trend geht ganz klar in Richtung Premium-Nachhaltigkeit. In den letzten 10 Jahren haben sich einige Chocolatiers mit sehr viel Leidenschaft etabliert, die die Schokoladenproduktion als ganzheitlich sehen. Nicht einfach auf dem Grossmarkt irgendwelche Bohnen und andere Zutaten kaufen, sondern vor Ort mit den Kakaobauern sprechen, ihre Probleme verstehen, direkte Abkommen mit ihnen machen, ja sie teilweise sogar mit in die Geschäftsleitung integrieren. 

Die so bezogenen Bohnen werden dann im Bean-to-Bar Verfahren in köstliche Schokoladen verwandelt und mit Zutaten verfeinert, die ebenfalls ökologisch in unmittelbarer Nähe der Manufakturen hergestellt werden. Es ist schon erstaunlich, was da alles für Kreativität entsteht und welch kulinarische Vielfalt sich daraus ergibt. Und wir sind sehr froh, diese besonderen Marken wie LaFlor oder Taucherli in unserem Sortiment zu haben.

Welche Rolle spielt die Schweizer Schokolade in der Kultur und Identität der Schweiz und wie trägt die Swiss Chocolate World dazu bei, diese zu bewahren und zu fördern?

Wir sind schon absolute Schoggi-Fans. Seit jeher sind wir mit dem Pro-Kopf-Verbrauch von Schokolade weltweit auf den vordersten Rängen – wir mögen also schon, was wir tun. Und egal wo auf der Welt wir gerade sind, werden wir immer gefragt, ob wir auch Schokolade dabeihätten. Eine Weltausstellung ohne Schweizer Schokoladenpavillon ist schlicht nicht denkbar. Schokolade gehört also absolut zu unserer DNA. Und das ist ja irgendwie auch schön, da Schokolade bekanntlich ein Symbol für Glücklich machen ist.

Die Swiss Chocolate World will das immer noch hervorragende weltweite Image der Schweizer Schokolade weiter stärken. Toblerone und Lindt findet man auf der ganzen Welt, aber unzählige andere herausragende Schokoladenmarken sind an vielen Orten noch unbekannt, obwohl sie eigentlich alle unter dem Begriff Swiss Chocolate stehen.

Ich vergleiche das immer sehr gerne mit den Irish Pubs – die gibt’s weltweit und egal wo Sie in ein Irish Pub gehen, ob in Rio, Sydney oder Castrop-Rauxel – Sie bekommen stets echtes irisches Bier und das entsprechende Ambiente dazu. Für unzählige kleinere irische Brauereien ist das ein wahres Tor zur Welt, dass sie von alleine niemals hätten öffnen können.

Unter einer gemeinsamen Dachmarke Swiss Chocolate World, mit dem ganzheitlichen Ansatz Historie und Schokolade-Live-Erlebnis, sehen wir ein enormes Potenzial, das Image der Schweizer Schokolade nicht nur zu bewahren, sondern auch auf eine sehr sympathische Art deutlich fördern zu können.

Wir bedanken uns für Ihre Zeit und für das interessante Interview hier auf Spezialitäten.de

Zurück zur Seite: Persönlichkeiten aus der Feinkost- und Spezialitäten-Branche