Spezialitäten aus Portugal

Während andere mediterrane Länder in der kulinarischen Landschaft Deutschlands bestens vertreten sind, wird die portugiesische Küche fast schon stiefmütterlich behandelt. Dabei hat sie einiges zu bieten. Es ist eine einfache, bodenständige Küche, die trotzdem mit allerlei Vielfalt und deftigen Geschmäckern punkten kann. Grund genug, sie genauer kennenzulernen.

Als ehemalige stolze Seefahrernation spielt natürlich Fisch eine große Rolle in der portugiesischen Küche. Nicht nur die 2,8 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Lissabon, auch die restlichen zehn bevölkerungsreichsten Städte Portugals liegen in unmittelbarer Nähe zum Meer. Mit seiner langen Atlantik- und Algarve-Küste ist das kleine Land immer bestens mit fangfrischem Fisch versorgt. Nicht wenige internationale Küchenchefs behaupten deshalb, dass es hier den besten Fisch der Welt gibt.

Das gemeinsame Grillen von Fisch hat eine lange Tradition in Portugal und ist wichtig für die sozialen Beziehungen der Menschen. Doch die Portugiesen backen, braten, kochen oder marinieren ihren Fisch auch gerne. Die Palette reicht dabei von kleinen Sardinen und Sardellen, über Steinbutt, Barsch und Brassen, bis hin zu riesigen Thunfischen und dem, durch Ernest Hemingways Roman „Der alte Mann und das Meer“ legendär gewordenen Blauen Marlin.

Neben Fisch spielt auch Fleisch eine große Rolle in der portugiesischen Küche. Und auch in Kombination kommen die beiden Zutaten in so manchem Gericht vor. Je nach Region können sich die Vorlieben dabei stark unterscheiden. In den nordöstlichen Regionen wie „Alto Trás-os-Montes“ (Hoch hinter den Bergen) wird gepökeltes Fleisch bevorzugt. So zum Beispiel der Schinken aus Chaves, der leicht nach den Kastanien schmeckt, die die Hausschweine dort mit Vorliebe fressen. Weiter im Süden beginnen die Portugiesen dann Fisch und Fleisch zu kombinieren, so zum Beispiel Schweinerücken mit Muscheln. Aber auch ausgefallenere Zutaten wie Tauben landen hier regelmäßig auf dem Speiseplan. Doch keine Sorgen die Metropolen Lissabon und Porto sowie die stark touristisch geprägte Algarve-Küste bieten auch für den internationalen Geschmack jede Menge Restaurants. Außerdem kommen hier auch Vegetarier und Veganer auf ihre Kosten. Denn in der landestypischen Küche kommen nur selten Gerichte ohne Fisch oder Fleisch auf den Tisch.

Sie wollen sich die portugiesische Küche nach Hause holen? Wir haben Ihnen die beliebtesten Gerichte Portugals zusammengestellt.

Viel Spaß beim Nachkochen!  

Pastéis de Bacalhau

Ein berühmtes portugiesisches Sprichwort besagt, dass es 365 Kabeljau-Rezepte gibt. Eines für jeden Tag. Das wohl bekannteste Gericht mit dem schmackhaften Fisch heißt „Pastéis de Bacalhau“ und ist fester Bestandteil jedes portugiesischen Restaurants. Der Kabeljau wird dazu kleingehackt und mit Kartoffeln, Eiern und Gewürzen vermischt. Diese Masse wird anschließend in Olivenöl frittiert und dann warm oder kalt zum Aperitif gereicht. Interessant ist, dass die Portugiesen deutlich mehr Fisch konsumieren als sie fischen können. Der Kabeljau kommt deshalb oft aus Norwegen.  

Papas de Sarrabulho

In der nordwestlichen Region „Braga“ ist die „Papas de Sarrabulho“ ein absolutes Muss. Die kräftige Suppe aus Kartoffeln, Schweineblut und verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten hilft durch die kalten Winter, nötigt Touristen jedoch etwas Überwindung ab. Das Gericht, das traditionell im Winter zubereitet wird, stammt noch aus einer Zeit, in der jeder Teil des Tiers verwertet werden musste.  

Video: Köstlichkeiten aus Lissabon & Ferrol - Welt der Wunder

Caldeirada de Peixe

In diesen Eintopf kommt alles was schwimmen kann: Makrelen, Seeteufel, Kabeljau und sogar Meeresfrüchte. Alles umhüllt von einer schmackhaften Soße aus Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Gewürzen. Landestypisch wird das Gericht in der „Cataplana“ zubereitet. Das ist ein runder Kupfer- oder Eisentopf mit Deckel, der sich perfekt für Eintöpfe und zum schonenden Garen von Fisch und Meeresfrüchten eignet. Wichtig ist auch ein Brot zur Hand zu haben, um es in die tolle Soße tunken zu können.  

Tripas à moda do Porto

Die wunderschöne Stadt Porto ist nicht nur für ihre Portweine bekannt. Hier sind weiße Bohnen mit Kutteln (Rinderpansen) ein 600 Jahre altes Traditionsgericht. Aus einer Zeit geboren, in der die arme Bevölkerung nur Innereien zu essen hatten, sind die Bewohner Portos heute so stolz auf ihre Tradition, dass sie den Namen „Tripeiros“ (Kuttelesser) als Kompliment aufnehmen.  

Espetada

An der Nordwestküste Afrikas liegt das portugiesische Eiland Madeira. Hier hat Fleisch auf Lorbeer große Tradition. Rind-, Kalb-, oder Hähnchenfleisch wird dabei auf Lorbeerstöcken aufgespießt und über das offene Feuer gehängt. Mit Knoblauchbrot oder gebackenen Maismehlwürfeln ist das Gericht ein absoluter Gaumenschmaus.  

Francesinha

Das deftige Sandwich ist Kult. Die Toastscheiben werden mit verschiedenen Fleisch- und Wurstwaren, Ei und Käse belegt und anschließend mit einer dicken Tomaten-Bier-Soße übergossen. Dazu gibt es Pommes. Der Sattmacher soll angeblich in den 70er Jahren von einem Koch, der ein französisches Gericht nachkochen wollte, erfunden worden sein. Daher auch der Name „Francesinha“, was so viel wie „kleine Französin“ bedeutet.  

Pastel de Nata

Selbstverständlich hat die portugiesische Küche auch köstliche Süßspeisen zu bieten. Die wohl berühmteste davon ist die „Pastel de Nata“ oder auch „Pastel de Belém“. Die Mönche des Hieronymus-Klosters in Belém, heute ein Stadtteil von Lissabon, sollen diese Blätterteigspezialität im 18. Jahrhundert erfunden haben. Seitdem entwickelte sich das Sahnepudding-Törtchen zu einem Wahrzeichen der Stadt.

Bom apetite!           

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